Gedichtsanalyse: „Sehnsucht“ von Joseph von Eichendorff

01.03.

Gedicht:

1

01 Es schienen so golden die Sterne,
02 Am Fenster ich einsam stand
03 Und hörte aus weiter Ferne
04 Ein Posthorn im stillen Land.
05 Das Herz mir im Leib entbrennte,
06 Da hab ich mir heimlich gedacht:
07 Ach, wer da mitreisen könnte
08 In der prächtigen Sommernacht!
2 09 Zwei junge Gesellen gingen
10 Vorüber am Bergeshang,
11 Ich hörte im Wandern sie singen
12 Die stille Gegend entlang:
13 Von schwindelnden Felsenschlüften,
14 Wo die Wälder rauschen so sacht,
15 Von Quellen, die von den Klüften
16 Sich stürzen in die Waldesnacht.
3 17 Sie sangen von Marmorbildern,
18 Von Gärten, die überm Gestein
19 In dämmernden Lauben verwildern,
20 Palästen im Mondenschein,
21 Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
22 Wann der Lauten1 Klang erwacht
23 Und die Brunnen verschlafen rauschen
24 In der prächtigen Sommernacht. -


Analyse:

 

In dem Gedicht „Sehnsucht“ von Joseph von Eichendorff geht es um einen einsamen Menschen der am Fenster steht und beobachtet was draußen geschieht.

Im ersten Vers wird geschildert das die Sterne golden schienen. Es war also Nachts und so dunkel das man die Sterne gut sehen konnte. Der darauf folgende Vers schildert das der Mann einsam am Fenster steht. Es wird beschrieben das er aus weiter Ferne das Posthorn hörte (V.4), wobei das Wort „weit“ hier die Ferne verstärkt, so das ihm „das Herz im Leib entbrennte“. Dies ist eine Metapher, ein Feuer bzw. eine Verbrennung verursacht einen stechenden Schmerz, dadurch soll hier der Stich im Herzen geschildert werden. Dies verstärkt die Sehnsucht nach der Ferne gewaltig. Die Ferne ist hier als Motiv der Romantik zu verstehen. Im siebten Vers wird der Wunsch der Ferne erstmals wörtlich erwähnt „Ach, wer da mitreisen könnte“. Das Stöhnen drückt eine starke Sehnsucht aus und der Rest des Verses ist fast wörtlich zu verstehen, er wünscht sich dort mitreisen zu können. Der achte Vers schildert das die Nacht im Sommer stattfindet und es eine wunderschöne („prächtige“) Nacht ist.

In der Strophe werden die Motive der „Nacht“ und der „Natur“ (bzw. der „Ferne“) aufgegriffen.

Am Anfang der zweiten Strophe wird dargestellt das zwei Wanderer („Zwei junge Gesellen“) am Berges-Hang vorbeigingen („Vorüber am Bergeshang“). Vermutlich würde das lyrische Ich die beiden gerne begleiten, wie in den letzten Versen der vorangehenden Strophe deutlich wird. Die Wanderer symbolisieren die Freiheit nach der Ferne die sich das lyrische Ich so sehr ersehnt. Die beiden Wanderer singen ein Lied über die schöne Natur wobei diese nahezu als perfekt dargestellt wird. Der Inhalt des Liedes erzählt von fernen Landschaften nach denen sich das lyrische Ich so sehr sehnt. Die Sehnsucht nach der Ferne wird somit nur noch vergrößert. Die Natur wird in dem Lied personifiziert dargestellt wahrscheinlich um sie noch perfekter erscheinen zu lassen.

In dieser Strophe werden wieder die beiden Motive „Nacht“ und „Natur“ aufgegriffen.

In der dritten Strophe geht die Schilderung des Liedes der Wanderer weiter wobei jetzt nicht mehr die Natur an sich geschildert wird sondern von Menschen erschaffenes. Das lyrische Ich scheint sich die Dinge vorzustellen von denen die Wanderer singen, da alles sehr malerisch dargestellt wird. Das ganze klingt ein bisschen zu schön und wirkt wie ein Ort den sich das lyrische Ich schon lange ersehnt hat. Das ganze ist evtl. mit der Flucht aus der Realität bzw. mit Traumlandschaften gleich zu setzen welche typische Motive für die Romantik darstellen. Es wird gesagt das Mädchen am Fenster lauschen, evtl. ist dies in Zusammenhang zu bringen mit dem am Fenster sitzenden träumenden lyrischen Ich. Die Brunnen werden personifiziert und absurd beschrieben da es kein „verschlafenes rauschen“ gibt. Evtl. soll damit das ruhige gleichmäßige Rauschen des Wassers dargestellt werden. Am Ende der Strophe findet man noch einmal den gleichen Vers wie am Ende der ersten Strophe. Wahrscheinlich soll dies eine innere Verbindung dieser Traumlandschaft und der Sehnsucht darstellen. Es gibt nur einen Unterschied zwischen den Fersen und das ist das Satzzeichen am Ende. Dies erkläre ich mir dadurch das es in der ersten Strophe ein sehnsüchtiger Ausruf war und in der letzten Strophe ein daher seufzen während das lyrische Ich in seiner Traumlandschaft unterwegs ist.

 

Alles in allem enthält das Gedicht viele typische Motive der Romantik („Natur“, „Nacht“, „Ferne“, „Flucht vor der Realität“) und ist so geschrieben das man sich gut in die Lage des lyrischen Ichs hineindenken und sich im Geiste gut ein Bild von der beschriebenen Landschaft machen kann.

 

 

 

Btw: Ich kann sehn wenn ihr bei Google sucht um ne fertige Lösung für eure Hausaufgaben zu bekommen ;)